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Geophysikalische Prospektion im Einsatz für die Denkmalpflege

 

Zu den wesentlichen Vorzügen der geophysikalischen Messverfahren gehören die völlig zerstörungsfreie Untersuchung, sowie die verhältnismäßig zügige und kostengünstige Erfassung ausgedehnter Flächen. Davon kann insbesondere die Denkmalpflege profitieren, die angesichts großer Bauvorhaben und intensiver Landwirschaft mit einem fortschreitenden Verlust archäologischer Fundstellen konfrontiert ist.

 

Fallbeispiel: Hessen - Geophysikalische Prospektion am Limes

 

Der Schutz des größten Bodendenkmals in Mitteleuropa stellt die archäologische Denkmalpflege vor eine anspruchsvolle Aufgabe. Angesichts seiner Ausdehnung und der unterschiedlichen topographischen Rahmenbedingungen musste ein differenziertes Forschungs- und Schutzprogramm umgesetzt werden, um diese Aufgabe zu bewältigen.

Vor diesem Hintergrund belegen die ausgewählten Beispiele den Anteil der geophysikalischen Prospektion bei der Bestandsaufnahme des Limes in Hessen. Dabei stehen Fragen zum genauen Verlauf der ehemaligen Grenze und ihrer Struktur sowie zur Topographie unmittelbar benachbarter Anlagen im Vordergrund. In Anbetracht der historischen Bedeutung des Limes kamen für die Untersuchungen nur zerstörungsfreie Methoden in Frage. Neben der GPS gestützten topographischen Geländeaufnahme und der Luftbildarchäologie wurden deshalb auch geophysikalische Prospektionsverfahren eingesetzt. Die skizzierte Vorgehensweise bietet dabei nicht nur den Vorteil, dass sie ohne Bodeneingriffe auskommt, sondern ermöglicht auch, bei gezielter Anwendung der einzelnen Verfahren, weitgehende Erkenntsniszugewinne bei vergleichsweise geringem Mitteleinsatz. Die zahlreichen Untersuchungen wurden von der Posselt & Zickgraf Prospektionen GbR für das Landesamt für Denkmalpflege Hessen und weitere Auftraggeber durchgeführt.

 

WP 5/4, Neuberg-Ravolzhausen, Main-Kinzig-Kreis

 

Die im Vorfeld einer Baumaßnahme durchgeführte geomagnetische Prospektion ermöglichte die gezielte Ausgrabung bzw. die Ausweisung eines Schutzgebietes für den Wachtposten. Anhand der Messungen ist eine detaillierte Ansprache möglich (in Auswahl):(1a) Graben des Limes; (1b) Palisadengräbchen vor dem Limes; (1c) eventuell weiteres Palisadengräbchen; (2a) Kreisgraben vermutlich eines Holzturms; (2b) Grabenstück einer Vorgängeranlage; (3) quadratischer Graben eines Steinturms; (4) Siedlungs-, Kellergruben im näheren Umfeld der beiden Turmreste.

 

 

WP 2/44, Heidenrod Huppert, Rheingau-Taunus-Kreis

 

Das Ziel der Untersuchung, den nicht genau bekannten Verlauf des Limes, wie auch den Standort des Wachtturms zu lokalisieren, wurde in vollem Umfang durch die geophysikalische Prospektion erreicht. Der Palisadengraben des römischen Limes konnte auf einer Strecke von etwa 50 m geomagnetisch nachgewiesen werden. Ebenso wurde der Standort des zugehörigen Wachturmes (WP 2/44) zweifelsfrei als rechteckige Anomalie ermittelt.

 

 

Projekt: Baugebiet "Am Limes III", Neuberg-Ravolzhausen, Main-Kinzig-Kreis.

Jahr: Dezember 2003.

Methode: Magnetometer-Prospektion.

Flächengröße: 2 ha.

 

Projekt: Limes, Heidenrod-Huppert, Rheingau-Taunus-Kreis.

Jahr: September 2004.

Methode: Magnetometer-Prospektion.

Flächengröße: 0.5 ha.

 

Wir danken unseren Auftraggebern für die freundliche Erlaubnis zur Präsentation der Messergebnisse:

Land & Forst Projektentwicklung GmbH und Terramag GmbH (WP 5/49), Heimatverein Heidenrod e.V. (WP 2/44).

 

Literatur:

E. Schallmayer, Soldatenleben an einem Wachtposten am östlichen Wetteraulimes. Beobachtungen an WP 5/4 bei Neuberg-Ravolzhausen, Main-Kinzig-Kreis. Hessen Arch. 2004, 103-108;

Ders., Neue Forschungen am Limes in Hessen. Denkmalpfl. & Kulturgesch. 3, 2005, 17-21 bes. 17-18.

 

S. Pfnorr/ E. Schallmayer, Zum Schutz eines verborgenen Weltkulturerbes. Zerstörungsfreie Bestandsaufnahme und Forschung am hessischen Limes. In: M. Posselt/B. Zickgraf/C. Dobiat (Hrsg.), Geophysik und Ausgrabung. Einsatz und Auswertung zerstörungsfreier Prospektion in der Archäologie. Internat. Arch. Naturwissensch. u. Technologie 6 (Rahden/Westf. 2007) 253-262.

 

Bildnachweise:

Posselt & Zickgraf Prospektionen GbR.

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