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Geophysikalische Prospektion im Rahmen von Forschungsprojekten

 

Forschungsprojekte der Universitäten und archäologischer Institutionen bilden eines der Hauptbetätigungsfelder der Posselt & Zickgraf Prospektionen GbR. Wissenschaftliches Engagement und interdisziplinäre Zusammenarbeit ist eines unserer zentralen Anliegen. Dabei sehen wir unsere spezielle Kernkompetenz bei der archäologischen Interpretation geophysikalischer Messdaten.

 

Fallbeispiel: Haithabu - Strukturen einer frühen Stadt

 

Die Erforschung der mittelalterlichen (nordischen) Stadtentstehung kann nach wie vor als übergeordnetes Ziel der Siedlungsforschung in Haithabu angesehen werden. Daraus abgeleitete strukturelle Fragen, wie z.B. zum Siedlungsplan, erfordern die großflächige Erfassung des Raumes mittels geeigneter archäologischer Methoden. Diese Möglichkeit bieten vor allem zerstörungsfrei arbeitende geophysikalische Methoden, da ihr Einsatz die Untersuchung großer Flächen ermöglicht und zugleich ein hohes Maß an Detailinformationen bereitstellt.

 

Aus der Vielzahl von Ergebnissen, soll hier, mit dem Nordwestteil der Innenfläche des Halbkreiswalles von Haithabu nur ein kleiner Bereich hervorgehoben werden. Anhand dieses Areals kann auch die differenzierte Interpretation der Prospektionsergebnisse exemplarisch aufgezeigt werden. Von besonderer Bedeutung sind vor allem die weit über 100 Grubenhäuser, die in Haithabu in dieser Anzahl und Dichte bisher nicht bekannt waren. In einigen Zonen lässt sich anhand ihrer Anordnung deutlich die Bebauungsstruktur erkennen. Der hohe Magnetisierungsgrad einiger Befunde weist zudem auf thermische Arbeitsprozesse und /oder Metallverarbeitung hin. Zusammen mit den dort aufgelesenen Eisenschlacken kann am Charakter dieses Areals als Quartier mit einem sehr hohen Anteil eisenverarbeitenden Gewerbes kein Zweifel bestehen.

 

 

Die Basis für die archäologische Interpretation der geophysikalischen Messergebnisse stellt die Klassifizierung der geophysikalischen Anomalien dar, die sich nach verschiedenen Kriterien ordnen lassen: Wie z.B. die Höhe der Messwerte, die Form und Größe der Anomalien und der Lagebezug zu anderen Strukturen. Auf der Grundlage einer solchen Gliederung können die entsprechenden Befunde beschrieben werden, um dann, auch im Abgleich mit anderen Methoden (z.B. Feldbegehungen) und in Analogie zu bekannten Befunden, die archäologische Ansprache vorzunehmen. Bereits dieser ausschnitthafte Einblick zeigt, dass z.B. strukturelle Einheiten, wie Parzellierungen, Wegetrassen, gereihte Gebäude und Baufluchten bestimmt werden können. Es bietet sich somit die Möglichkeit in der Zusammenschau mit den Grabungsergebnissen und Lesefundkartierungen Aussagen zur Gesamtgliederung Haithabus zu erarbeiten. Damit wurde eine wesentliche Datengrundlage für die Beantwortung von Fragen zur räumlichen Differenzierung und zur allgemeinen Infrastruktur geschaffen.

 

 

Die geomagnetische Prospektion der gesamten Innenfläche des Halbkreiswalles von Haithabu wurde von Prospektionsteams aus München, Kiel, Wien und Marburg im Jahre 2002 durchgeführt: Institut für Geophysik der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel; Posselt & Zickgraf Prospektionen GbR in Marburg; Referat für Archäologische Prospektion und Luftbildarchäologie des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege in München; Archaeo Prospections, Zentralanstalt für Meterologie und Geodynamik in Wien.

 

 

Projekt: Haithabu, Busdorf, Kreis Schleswig-Flensburg.

Jahr: April 2002.

Methode: Magnetometer-Prospektion.

Flächengröße: >15 ha.

 

Wir danken unseren Auftraggebern für die freundliche Erlaubnis zur Präsentation der Messergebnisse:

Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf, Archäologisches Landesmuseum.

 

Literatur:

V. Hilberg, Haithabu im 11. Jahrhundert. Auf der Suche nach dem Niedergang eines dänischen emporiums der Wikingerzeit. In: M. Posselt/B. Zickgraf/C. Dobiat (Hrsg.), Geophysik und Ausgrabung. Einsatz und Auswertung zerstörungsfreier Prospektion in der Archäologie. Internat. Arch. Naturwissensch. u. Technologie 6 (Rahden/Westf. 2007) 187-203.

 

Bildnachweise:

Lesefundkartierung Mengenverteilung der Metallschlacken: K. Schietzel, Stand der siedlungsarchäologischen Forschung in Haithabu - Ergebnisse und Probleme. Berichte über die Ausgrabungen in Haithabu, Bericht 16 (Neumünster 1981) S. 114 Kart. 28.

 

Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf, Archäologisches Landesmuseum - Forschungsprojekt Haithabu, Schloss Gottorf, 24837 Schleswig und Posselt & Zickgraf Prospektionen GbR.

 

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