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Geophysikalische Prospektion im Dienste der ehrenamtlichen Geschichtsforschung

 

Mit unserer langjährigen Erfahrung im Bereich der geophysikalischen Prospektion archäologischer Fundstellen verstehen wir uns als Bindeglied zwischen engagierten Geschichtsvereinen und der modernen Wissenschaft. Wir erstellen gemeinsam mit Ihnen ein an die Fragestellung angepasstes Untersuchungskonzept, beraten im Vorfeld, während und nach Abschluss der Untersuchung, bis hin zur Publikation.

 

Fallbeispiel: Naumburg - Hightech im Einsatz für die ehrenamtliche Geschichtsforschung

 

Die Prospektion einer Wüstungskirche bei Naumburg, im Landkreis Kassel, kann durchaus als Musterbeispiel für den Erkenntnisgewinn, den geophysikalische Untersuchungen in der ehrenamtlichen Geschichtsforschung liefern können, gelten.

 

Das Ziel der geophysikalischen Prospektion war die Detektion und Lagebestimmung des durch den Flurnamen „Alte Kirche“ und Oberflächenfunde vermuteten Sakralbaues der Kirchenwüstung Immenhausen sowie weiterer baulicher Strukturen in der unmittelbaren Umgebung des Kirchengebäudes. Zu diesem Zweck wurde eine geoelektrische Prospektion auf einer Fläche von rund 5.000 m² durchgeführt. Das Gelände der Fundstelle, die geologischen Bedingungen und die bereits bekannten und noch zu erwartenden Befunde ließen diese Vorgehensweise als geeignet erscheinen.

 

Die Graustufendarstellungen der geoelektrischen Prospektion und die interpretierende Umzeichnung zeigen deutlich einen klar umrissenen, langrechteckigen Steinbau, der jedoch hangabwärts nach Norden hin durch Erosion oder Pflugtätigkeit schlechter erhalten zu sein scheint. Neben dem Kirchengebäude sind auch Reste der ehemaligen Kirchhofsmauern zum Vorschein gekommen. Zu sehen sind zwei im Abstand von etwa

50 m parallel verlaufende Mauerfundamente. Mit der geoelektrischen Prospektion war es somit gelungen, die Kirche der Wüstung Immenhausen zerstörungsfrei nachzuweisen und Informationen über ihre Lage, Größe und den ungefähren Grundriss zu erhalten.

 

Um Fragen zu Details des Kirchengrundrisses und nach den Ursachen einer Reihe weiterer geoelektrischer Anomalien zu klären, wurde eine weitere Messung mit dem Bodenradar durchgeführt. Deren Ziel war ein hoch auflösendes und dreidimensionales Bild des Untergrundes, um einzelne Bauteile der verschwundenen Kirche und ihre Innengliederung besser erkennen zu können. Des Weiteren erhoffte man sich genauere Aussagen über die Tiefenlage und den Erhaltungszustand der noch im Boden befindlichen Gebäudefundamente.

 

Nebenstehend ist eine Animation der aus den Radardaten erzeugten Zeitscheiben zu sehen. Tatsächlich ist es mit der ebenfalls völlig zerstörungsfreien Radar-Prospektion gelungen, einen detaillierten Grundriss der Kirche von Immenhausen abzubilden. Aus den Ergebnissen lässt sich sogar eine schrittweise Entwicklung des Baus ablesen. Im Zentrum des vielteiligen, insgesamt etwa 27 m langen und etwa 13,50 m breiten Kirchengrundrisses lässt sich als offenbar ältester Kirchenbau, vielleicht Gründungsbau, eine einfache Saalkirche mit schmalerem Rechteckchor von insgesamt etwa 19 oder 21 m Länge und einer Saalbreite von etwa 6,50 m erkennen. Im Norden und Süden befinden sich entlang des Saals zwei gleichartige Anbauten von etwa 15 m Länge und 3 m Breite. Im Westen stand, leicht aus der Längsachse nach Süden verschoben, ein kleiner quadratischer Turm von etwa 6 x 6 m Größe, welcher später angebaut worden sein dürfte.

 

Projekt: "Immenhausen", Stadt Naumburg, Lk. Kassel.

Jahr: August 2005 und April 2006.

Methode: Geoelektrik und Bodenradar.

Flächengröße: 0.5 ha und 1.250 m².

 

Wir danken unseren Auftraggebern für die freundliche Erlaubnis zur Präsentation der Messergebnisse:

Magistrat der Stadt Naumburg.

 

Literatur:

S.Pfnorr, M.Posselt, K. Sippel: Die wieder sichtbar gewordene Kirche des Erzbischofs von Riga in der Wüstung Immenhausen. Prospektion einer Wüstungskirche bei Naumburg im Landkreis Kassel. Hessen Arch. 2006, 115-118.

 

Bildnachweis:

Karte von Justus Moers von 1575 (Original im Heimatmuseum der Stadt Korbach; Nachdruck 1985, Hessisches Landesvermessungsamt, Wiesbaden) und Posselt & Zickgraf Prospektionen GbR.

 

 

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